Montag, 3. Dezember 2018

Puerto Trigo

Selbst nach fuenfzehnjaehrigem Aufenthalt auf La Palma gibt es immer noch etwas Neues zu entdecken--- und da gibt es Zeitgenossen, die behaupten: in drei Tagen kennt man die ganze Insel.
Vergangenen Mittwoch haben wir eine kleine, wunderschoene, einsame Bucht entdeckt, die wir noch nicht kannten und die sich zu entdecken lohnt.

Von der LP 1 aus Richtung St.Cruz-Sauces kommend, biegt man kurz hinter Puntallana rechts in die LP 102 (Schild Martin Luis), eine kurvenreiche, enge Bergstraße hinunter. Ein Schild: Puerto Trigo taucht auf; wieder geht es rechts zwischen Bananenplantagen weiter, weiter, weiter... ploetzlich taucht eine kleine, idyllische Bucht auf. Kein Mensch weit und breit; im flirrenden Sonnenlicht liegt sie da - links ein klitzekleines Naturschwimmbecken.


Den Steilhang hinunter fuehrt eine" luxurioese " Treppe; breit, gepflastert und mit festem Holzgelaender. Unten gibt es sogar eine Dusche und etwas erhoeht Holzliegeplaetze. Wir sind überrascht und staunen. Hier kann man fuer einige Stunden die Welt vergessen.



Auf Google-Earth fanden wir fuer diese Bucht die Bezeichnung: Puerto Trigo Beach. Auf den uns zugaenglichen Landkarten steht Puerto Trigo.

Die Wohnhoehle liegt direkt ueber dem Strand in etwa 3 m Hoehe. Wie die Bewohner da wohl hinein und hinaus gekommen sind?  Vielleicht sind sie mit den langen Stangen, die man hier auf den abhaengigen Viehweiden einsetzt, gesprungen.

An den Haengen der Bucht gibt es viele schoene Straeucher und  Blumen.
Jetzt im Winter haben die Kakteen hier ihre schoenen roten Fruechte.

Samstag, 1. Dezember 2018

Magische Bäume

Große , seltene Baeume gibt es auf La Palma genug.  Es ist eine Pracht und man faellt von einem Erstaunen ins andere.
Da ist zum Beispiel die Argual-Araukarie -
ein Baum - mindestens hundert Jahre alt. Riesig
steht er stumm und still und schaut auf die Wichte herab, die um ihn herum wieseln, teils zu Fuß,teils in coches. Er wird noch da stehen, wenn wir alle nicht mehr da sind.

Wenn ich von meinem Alemania-Sommerurlaub wieder heim auf die Insel komme, ist  einer meiner ersten Wege zu ihm, um ihn zu begruessen: "He, Alter, ich bin auch noch da. Schoen dich wiederzusehen - grade und bei guter Gesundheit. Wer wird das Rennen gewinnen?













Dieses Exemplar mit riesigen ausladenden Aesten steht auf einem einsamen magischen Platz, den man finden kann, wenn man einen alten Forstweg wandert, der von der alten Bergstraße (LP 109) abzweigt  und zum Muchacho führt. Rundum Stille, noch nicht einmal Vogelgezwitscher. Was hier wohl mal stattgefunden hat?


















Dieser Platz mit dem alten "toten"? Baum ist etwas unheimelig, wenn die Sonne nicht scheint und Wolkenfetzen über die neblige Landschaft gleiten. Ich kann ihn mir als Hexenplatz vorstellen: ich mag Hexen. Wenn man auf dem Fenchelweg spaziert, kann man ihn bewundern.



Dieses Exemplar nenne ich den "Püschelbum". Ich kenne ihn schon 15 Jahre und habe meine Freude, immer, wenn ich an ihm vorbeifahre. Er wächst in den Himmel, aber weigert sich standhaft dem Standard zu entsprechen: keine Verzweigung, keine Blueten, keine Fruechte. - So etwas liebe ich. Hoffentlich bleibt er noch lange standhaft. Auf der LP 1 zwischen El Time und Puntagorda waechst und waechst und waechst er in den blauen Himmel.


Weitere Exemplare werden folgen.

Sonntag, 25. November 2018

La Fajana an der Costa de Tablado

La Fajana habe ich auf La Palma viermal gefunden. Was das Wort bedeutet habe ich nirgendwo entdeckt. Ich spreche hier von dem kleinen, sehr abgelegenen aber großartigen Platz, der zur Kuestenregion Tablado gehoert und ueber Francese mit dem Auto zu erreichen ist.

Ein lohnenswerter Ausflug.

 Fußweg nach unten

Hier wohnt schon lange Keiner mehr, oder?








Wer hier wohl badet?
In dieser gottverlassenen  Gegend ein Luxusabgang zum Meer, seltsam!


Samstag, 10. November 2018

Fenchelweg

Den Fenchelweg lernten wir erstmals durch Mathias Siebold kennen, der ihn in seiner legendaeren täglichen Kolumne www.La-Palma-aktuell.de, am 24.9.2006 beschrieb.

Seit dieser Zeit drehen wir mehrmals im Monat diese Runde von etwa eineinhalb Stunden. Sie bietet sich an, wenn man zu faul fuer eine groessere Wanderung ist, aber ein schlechtes Gewissen hat, dass man sich "heute" noch nicht genug bewegte.

Von der Kapelle Virgen El Pino, oberhalb El Paso geht es hinauf in Richtung Reventon Pass. Nach wenigen hundert Metern biegt rechts eine kleine geteerte Straße ab; es geht durch einen kleinen Kiefernwald Richtung Sueden.




Es riecht wuerzig. El Llano de las Cuevas liegt vor uns - eine so flache Landschaft, dass man mal dachte, hier koenne man den Flughafen errichten! Der Blick ueber das Tal bleibt immer wieder an Steinpyramiden haengen; Relikte aus einer Zeit, in der die Benahoaritas in muehevoller Handarbeit das Land kultiviertem fuer den Anbau von Korn etc.
Links schaut man auf die beeindruckende Bergwelt von Bejenado und die Punta de los Roques.

In der Luft ist ein Geruch von wildem Fenchel, Kiefern und anderen Kraeutern.Es gibt Apfelbaeume, Kastanienbaeume und einen schoenen Drachenbaum zu sehen. Auf den Wiesen liegen Kuehe (beige oder weiße oder fehlfarbene oder wie heisst diese Farbe) und auch Pferde kann man vereinzelt bestaunen.
 Ich kenne die einzelnen Kraeuter und Blumen nicht - hier einige, die mir ins Auge stachen:


 Diese Pflanze heisst Hierba San Jorge
und ist ein Baldriangewaechs (glaub ich)
  



Und das ist eine "Knallerbse"




Auch eine Distel kann wunderschoen sein.











Die ganze Landschaft hat fuer mich etwas Magisches! Schon allein die Stille ringsherum, nur durchbrochen vom Summen der Insekten oder vom Zwitschern der Voegel.

Weiter im Weg:

Wir gehen also ca. 2 km in Richtung Sueden. Am 2. Stromkasten biegen wir rechts ab (hinunter) und beim naechsten Knick wieder rechts; so kommen wir wieder auf die Straße, die zur Ermitage Virgen del Pino zurückfuehrt.

Wenn man Glueck hat und die Tuer der Kapelle offen ist, lohnt ein Blick hinein.




 Das Muster des Fußbodens laesst mein Patchworkherz hoeher schlagen und auch die kleinen Gemaelde, die den Leidensweg Christi beschreiben sind schoene gelungene Volkskunst.





Vor der Kapelle steht eine mehrere hundert Jahre alte Kiefer, die krank ist. Wahrscheinlich, weil man sie eingemauert resp, zuzementiert hat. Nun wird rundherum gegraben, um sie zu retten.


Freitag, 2. November 2018

Kunstspur Santa Cruz

Ich las im La Palma Kurier einen Bericht über "Hauptstadt der Farbe - Ambitionierte Stadtprojekte zeigen ihr buntes Spectrum. Oh, dachte ich, so wie in Los Llanos (siehe meinen Bericht  vom 16.3.16)Das mus  ich mir ansehen, was die Hauptstädter da so auf die Beine gebracht haben.

Der Ansatz in St.Cruz ist wohl ein anderer. Man will "hässliche" herunter gekommene Sträßchen, Plätze oder Treppen künstlerisch gestalten und damit verschönern. Das Ganze nennt sich :Santa Cruz, Capital of Colour - Projekt. Elf Projekte sind erstmal angedacht, sieben haben wir gefunden. Es war sehr mühsam, da sie im Stadtgebiet weit auseinander liegen und man bergauf und bergab, treppauf und treppab laufen muss. Wir haben 3 Stunden  für die ganze Suche gebraucht. Es hat Spass gemacht und wir haben St. Cruz wieder ein Stück intensiver kennengelernt

Beteiligt an diesen Arbeiten sind Künstler aus La Palma, Studenten der Kunstschule Manolo Blanik,ein Künstler aus Lanzarote, die Künstlerin Marta Rodriguez und viele mehr.

Die Stadtverwaltung zeigt auf ihrer Seite:
 www.santacruzdelapalma.es/scalapalma/capital-color
einen Blick hinter die Kulissen.

Die bemalten Mauern sind sehr lang, ich bekam sie nicht auf ein Bild, also habe ich sie stückweise fotografiert,

Ich beginne mit :           Calle Virgen de la Luz            





     Maldonaldo:



Calle  El Pilar    - Hier wurde ein Wasserspeicher vor einer Schule verschoenert.

eine Treppe in der Callejon tres






In der Calle  Vega Monroy (die in der Naehe des alten Hospitals ist) hoert die Wand gar nicht mehr auf.





In der Zeit, als es noch keine Straße von St.Cruz in den Norden gab, mußte alles: Personen und Waren von Barlovento nach Santa Cruz mit dem Boot  transportiert werden. Da gab es ein großes Unglueck. Bei rauher See kenterte das Boot und 12 Insassen kamen ums Leben.
An diese Begebenheit erinnert mein letztes Bild.
Es ist im Stadteil San Telmo zu finden, am Ende der Calle Luz Virgen

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Puerto de Naos

Puerto Naos liegt auf der Westseite der Insel.Auf der Ostseite gibt es einen zweiten Badeort; Cancajos.Die Orte unterscheiden sich dadurch, dass Cancajos ein reines Touristenghetto ist, also eine Anhaeufung von Hotels und sonst nix. Puerto Naos ist ein Dorf am Meer in dem auch heute noch Einheimische mit ihren Familien wohnen.
Kinder lärmen, Frauen sitzen vor ihren Häuschen und quatschen und lachen miteinander. In der Casa der Vecinos wird einmal in der Woche das Singen geübt. Spätestens um 23 Uhr ist "Ruhe im Schacht". Jedenfalls abseits der Strandpromenade gehen die Menschen frueh schlafen, weil sie ja auch frueh wieder zur Arbeit muessen, oder ihre Kinder in die Schule begleiten. Lange schlafen ist also nichts - um sieben Uhr sind alle wieder wach.

Es gibt eine Anzahl Wohnungen, die fest vermietet werden an Residenten oder Palmeros. Sie liegen meistens oberhalb des Ortes "auf dem Roque  de Lajones". Hier gibt es auch eine schoene, ruhige Appartementanlage mit Schwimmbad.







Puerto Naos hat nur ein einziges Hotel - das Hotel Sol -

Der Touristenstrom haelt sich also in Grenzen. Hoffentlich bleibt das noch lange so. Es ist kuschelig, gemuetlich und nix los - richtig gut zu leben fuer Residenten, die hier ihren Lebensabend verbringen wollen.Die Einheimischen sind freundlich und hilfsbereit, ein wenig distanziert und wenn sich ein Fremder, der hier immer "Inglese" heisst, egal von wo er herkommt, mal daneben benimmt, wird milde gelaechelt. -- vale, vale, si, si una Cabeza quadrada. Die sind so, die Fremden, harmlos, brauchste keine Angst vor zu haben.

Bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein lebten die Einwohner von der Fischerei und dem Bananenanbau. Waehrend des Kalten Krieges hatte das US-Militaer unter dem Deckmantel einer Wahlforschung - des Palisades Geophysical  Instituts Columbia 1963 eine U-Boot-Abhoerstation errichtet. Ziel: U-Boote der UdSSR aufzuspueren. 1976 wurde alles geschlossen; die leeren Gebaeude wurden 2007 abgerissen.

Heute ist Puerto Naos "strategisch" unwichtig - und ein weithin ruhiges, friedliches Paradies.


Hier ein paar schoene Haeuser und Hauseingaenge:
 









Schoene Hauseingaenge und Gaesschen:






Und nun noch ein paar Aufnahmen vom Strand






Im Viertel "Roque de Lajones" gibt es eine kleine Promenade mit schoenen Ausblicken :


Ein Blick in eine der zwei Straßen in Puerto Naos


Und nicht zu vergessen - der Hafen von Puerto Naos




Direkt am Hafen befindet sich die Bar La Moncloa. Die Bar ist Kult. Viele Jahre geführt von Kiko, einem Original, der jetzt in Rente ist. Seit ein paar Jahren wird die Bar von zwei jungen Palmeros geführt. Im besten Sinne - Man sitzt an einem warmen Abend am Hafen und geniesst seinen Rotwein mit interessanten und netten Menschen.